Ärzte Zeitung online, 06.02.2009

Kultusminister fordern verbindliche Teilnahme am ZVS-Verfahren

BERLIN (dpa). Das heftig kritisierte Zulassungschaos bei der Studieneinschreibung in den begehrten Numerus-clausus-Fächern (NC) soll ab dem Wintersemester 2010/2011 ein Ende haben. Nach dem Willen der Kultusminister sollen sich künftig alle Hochschulen an dem neuen Serviceverfahren der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) beteiligen.

Darauf verständigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa die Länder-Staatssekretäre bei einem Treffen am Donnerstag.

Mit dem neuen Bewerbungssystem via Internet soll mithilfe eines Datenabgleiches durch die ZVS sichergestellt werden, dass künftig Doppelzulassungen von Abiturienten gleich an mehreren Hochschulorten unterbleiben. Die Doppelzulassungen führen seit Jahren dazu, dass bis zu 20 Prozent der Studienplätze ausgerechnet in den begehrten Numerus-clausus-Fächern unbesetzt bleiben. Die Entwicklung und Installation des aufwendigen Computersystems soll jetzt extern ausgeschrieben werden.

Die Beteiligung aller Hochschulen soll nach den Vorstellungen der Länder-Staatssekretäre nicht per Gesetz sichergestellt werden. Vielmehr wolle man den Druck in den Ländern auf die Hochschulen erhöhen, hieß es aus Teilnehmerkreisen. An dem von der ZVS im vergangenen Jahr angebotenen Übergangsverfahren hatten sich nur vier Universitäten und acht Fachhochschulen beteiligt. "Die Kultusministerkonferenz wird darauf hinwirken, dass sich mit Unterstützung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die Hochschulen an dem neuen Serviceverfahren beteiligen", heißt es in dem Beschluss.

HRK und ZVS streiten seit längerem mit gegenseitigen Schuldzuweisungen über die Einrichtung des neuen Systems. Für kommenden Montag hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) Kultusministerkonferenz, HRK und ZVS zu einem Krisengespräch nach Berlin eingeladen. Dabei geht es vor allem um die vom Bund zur Einführung des Systems in Aussicht gestellten 15 Millionen Euro. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat das Geld wegen des Streits zunächst gesperrt. Schavan muss dem Ausschuss bis zum März einen Bericht vorlegen.

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