Ärzte Zeitung, 18.02.2009

Im Fokus: "Der knappe Faktor Mensch"

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wird zum "Gesundheitskongress des Westens" im März in Essen erwartet

KÖLN (iss). In diesem Jahr macht Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt dem Gesundheitskongress des Westens erstmals ihre Aufwartung. Der Auftritt der Ministerin bildet den Abschluss des Kongresses, zu dem am 11. und 12. März rund 700 Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens in Essen erwartet werden.

"Im Superwahljahr 2009 - fünf Landtagswahlen und eine Bundestagswahl liegen vor uns - erwarte ich mir eine klare Positionierung, wie die Bundesgesundheitsministerin das Gesundheitswesen fit für die Zukunft machen will", sagt Kongresspräsident Ulf Fink. Ein wichtiger Bereich ist für ihn dabei die prekäre finanzielle Situation der Krankenhäuser. Dabei gehe es um die Frage, was notwendig ist, damit die Kliniken den Investitionsstau von 50 Milliarden Euro abbauen können.

Anheuern von Pflegekräften aus Polen kann keine Lösung sein.

Leitthema des Kongresses ist "Der knappe Faktor Mensch". "Wir müssen Anreize schaffen, damit mehr junge Menschen in Deutschland in Gesundheits- und Medizinberufe gehen", sagt Fink. Dazu zählt er die Schaffung besserer Arbeitsbedingungen und interessanter Berufsperspektiven. Das Anheuern von Ärzten und Pflegekräften aus Polen könne nicht die Antwort auf die Probleme bei Klinikärzten, Pflegekräften und niedergelassenen Ärzten sein.

Qualifizierung und Personalentwicklung gehören für den ehemaligen Berliner Gesundheitssenator zu den Herausforderungen, denen sich Gesundheitsmanager stellen müssen. "Wer es versäumt, die besten Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, verliert im Wettbewerb um exzellente Medizin und Pflege."

Für niedergelassene Ärzte bieten die Kongressveranstalter gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe zwei Satellitensymposien an: "Qualitätsmanagement in der Praxis niedergelassener Ärzte" und "Informationstechnik in der ambulanten Versorgung - die Anwendung im Praxisalltag". Mit diesen beiden Themen packt der Kongress nach Einschätzung von Fink zwei heiße Eisen an. Die Qualität der Versorgung spiele in den Praxen eine zunehmend wichtige Rolle, und an der IT komme kein niedergelassener Arzt vorbei, sagt er.

Auf dem Kongressprogramm stehen insgesamt 21 Einzelveranstaltungen mit rund 80 Vorträgen und Diskussionsrunden.

www.gesundheitskongress-deswestens.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »