Ärzte Zeitung online, 26.02.2009

Bauern wollen keine Pestizid-Grenzen von Lebensmittelhändlern

BERLIN (dpa). Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat den Lebensmittel-Einzelhandel gewarnt, für Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bei Obst und Gemüse eigene Höchstgrenzen festzulegen.

Der Verbraucher werde dadurch verunsichert, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes am Donnerstag in Berlin. Ein DBV-Sprecher erklärte, mehrere Lebensmittelhändler hätten ihre Lieferanten aufgefordert, unter den gesetzlich erlaubten Grenzen für Pestizid-Reste zu bleiben.

Nach Meinung des DBV erhalten die Verbraucher damit zu Unrecht ein diffuses Bild über sichere Lebensmittel. "Die Lebensmittelqualität ist in Deutschland so gut und sicher wie noch nie." Die erlaubten Restbestände von Pflanzenschutzmitteln seien gesetzlich festgelegte Vorsorgewerte. Für die Bauern seien unterschiedliche Höchstgrenzen willkürlich, da sie oft unterschiedliche Händler belieferten.

In den vergangenen Jahren waren deutsche Lebensmittelhändler bei Kontrollen von Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen wegen zu hoher Pestizid-Rückstände in Obst und Gemüse regelmäßig in die Kritik geraten. Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka hatte jüngst mitgeteilt, Lieferanten schadstoffbelasteter Früchte stärker in die Pflicht zu nehmen. Das Unternehmen hat eine Rückstandsdatenbank aufgebaut und rund 1000 Produzenten aufgefordert, besonders kritische Wirkstoffe deutlich zu reduzieren.

Lesen Sie dazu auch:
Greenpeace: Trauben sind in Deutschland am höchsten belastet
Bundestag: Mehr Schutz vor Pestizid-Belastung bei Lebensmitteln
Auch Bio-Produkte sind nicht immer frei von Pestiziden

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