Ärzte Zeitung online, 02.03.2009

Mehr Geburten in Deutschland - trotz Rückgangs im Oktober

BERLIN (dpa). Trotz eines deutlichen Rückgangs der Geburtenzahlen im Oktober 2008 spricht das Bundesfamilienministerium weiter von einem positiven Geburtentrend in Deutschland. Damit reagierte das Ministerium auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Dem Bericht zufolge wurden im vergangenen Oktober fast 8000 Kinder weniger als im Vorjahresmonat geboren. Diese Entwicklung relativiere die Botschaft von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die von einer Trendumkehr in den Kreißsälen gesprochen hatte, hieß es im "Spiegel".

Das Ministerium hält dagegen. Die Zahlen für den Monat Oktober seien "nur eine Momentaufnahme in der Jahresstatistik", teilte ein Sprecher am Samstag mit. Im Jahr 2008 habe es nach bisherigen Erkenntnissen vier Monate gegeben, in denen weniger Kinder geboren wurden als im Vorjahreszeitraum. In sechs Monaten dagegen habe es mehr Geburten gegeben.

Auch die hohen Schwankungen sind in der Geburtenstatistik der einzelnen Monate nicht ungewöhnlich. Während im Oktober 2008 fast 12 Prozent weniger Kinder geboren wurden, kamen im April laut Statistischem Bundesamt rund 11 Prozent mehr Babys auf die Welt.

Von der Leyen hatte Anfang Februar von einer Prognose berichtet, nach der in Deutschland 2008 etwa 690 000 Kinder geboren wurden, rund 5000 mehr als im Vorjahr. Als Ursache für diesen - seit 2007 zu beobachtenden - Trend nannte sie auch die Familienpolitik der Bundesregierung. Die Ministerin habe sich bei ihren Äußerungen "auf die aktuellst verfügbaren Zahlen für das Jahr 2008 sowie auf die offizielle Schätzung des Statistischen Bundesamtes" gestützt, teilte das Ministerium mit. Trotz der neuen Zahlen bleibe es dabei, dass sich das Klima für Familien in Deutschland sichtlich verbessert habe.

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