Ärzte Zeitung online, 13.03.2009

Zahl gefälschter Arzneien stark gestiegen

DÜSSELDORF (dpa/nös). Deutschlands Zollfahnder haben im vergangenen Jahr deutlich mehr gefälschte Waren aus dem Verkehr gezogen. Das geht aus der Jahreszollstatistik hervor, die am Freitag in Düsseldorf vorgestellt wurde. Einen drastischen Anstieg verzeichneten die Zöllner bei Betäubungsmitteln und Medikamentenfälschungen.

In fast 11 000 Fällen habe der Zoll illegal kopierte Produkte entdeckt. Das entspreche einer Zunahme von 40 Prozent, berichtete Werner Gatzer, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Der Einkaufswert der beschlagnahmten Waren liegt nach Zollangaben bei 436 Millionen Euro. Der wirtschaftliche Schaden für die Hersteller sei teilweise deutlich höher.

Neben Uhren, Schmuck, Spielzeug, Software und Kleidung beschlagnahmte der Zoll auch illegal hergestellte Medikamente im Wert von 9,7 Millionen Euro. Gegenüber 2007 ist das eine Steigerung von fast 17 Prozent, verglichen mit dem Jahr 2006 sogar von beinahe 300 Prozent. Detaillierte Angaben zu den Anteilen verschiedener Arzneimittelgruppen und den Herkunftsländern der Fälschungen waren bis zum Redaktionsschluss nicht zu erhalten.

Eine ähnliche Entwicklung verzeichnete der Zoll auch bei illegalen Betäubungsmitteln. Fast 40 Tonnen stellten die Fahnder im vergangenen Jahr sicher - weit mehr als die doppelte Menge, verglichen mit 2007. Zugenommen haben vor allem der Schmuggel von Haschisch, Marihuana und LSD. Bei der illegalen Einfuhr von Amphetaminen verzeichnete der Zoll hingegen einen Rückgang von 77 Prozent.

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