Ärzte Zeitung, 20.03.2009

Heroin auf Rezept - bis auf die Union sind alle dafür

"Ärzte Zeitung" präsentiert Pro- und Contra-Stimmen

BERLIN (hom/ble). Soll Diamorphin künftig auf Kassenrezept an schwerst drogenabhängige Menschen verabreicht werden? Die Positionen in der Koalition liegen dazu weit auseinander.

Am Donnerstag hat sich der Deutsche Bundestag in erster Lesung mit der Frage beschäftigt, ob die Abgabe von Diamorphin an eine begrenzte Zahl von Patienten von den gesetzlichen Kassen bezahlt werden soll.

Abgeordnete von SPD, Grünen, FDP und Linken sind für eine solche Regelung. Auch unionsregierte Länder sprechen sich für die kontrollierte Abgabe aus. Die Unions-Bundestagsfraktion ist dagegen. Es sei fraglich, "ob mit Diamorphinvergabe eine dauerhafte Drogenabstinenz realisierbar ist", schreibt die gesundheitspolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Annette Widmann-Mauz, in einem Beitrag für die "Ärzte Zeitung". Wichtiger als die Substitution sei die psychosoziale Betreuung der Abhängigen.

Dr. Harald Terpe, suchtpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, hält dagegen: "Die Diamorphinbehandlung gehört zu den am besten evaluierten Therapien in der Suchtmedizin."

Lesen Sie dazu auch:
Soll es Diamorphin auf Kassenrezept geben?
Union will Diamorphinmodell beerdigen
Betreuung erreicht mehr als Substitution

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