Ärzte Zeitung online, 20.03.2009

Irritation um Solarium-Verbot für Jugendliche - Union doch dafür

Berlin (dpa). Das geplante Zutritts-Verbot zu Sonnenstudios für unter 18-Jährige wird auch von der Union unterstützt. Das stellte die umweltpolitische Sprecherin der Unionsfraktion des Bundestages, Marie-Luise Dött, am Freitag klar.

Sie widersprach damit auf dpa-Anfrage den Erklärungen ihres Fraktionskollegen Jens Koeppen in einer Debatte des Bundestages. Koeppen hatte sich als einziger Redner der Union zu diesem Thema gegen ein solches Verbot ausgesprochen und stattdessen verlangt, die Betreiber zur Zertifizierung ihrer Sonnenbänke zu verpflichten.

Dött stellte dazu klar: "Der Gesetzentwurf ist gemeinsam von der Regierungskoalition eingebracht worden - auch die Regelung des Verbots von Solarien für Jugendliche unter 18 Jahre." Es sei zwar nichts Besonderes, wenn über die Wege zu diesem Schutz vor den künstlichen UV-Strahlen diskutiert werde. "Ich gehe angesichts der vorliegenden Erkenntnisse allerdings nicht davon aus, dass wir um dieses Verbot herumkommen."

Koeppen hatte in der Debatte über Naturschutz- und Strahlenschutzgesetze dagegen erklärt: "Wir brauchen keinen Aktionismus, sondern Eigenverantwortlichkeit." Sonst werde bald auch das Baden am Strand verboten. "Ein Verbot treibt die Jugendlichen regelrecht in die Hände von Betreibern von Solarien mit diesen Münzeinwürfen. Dann schädigen sie sich wirklich, wenn sie mit 5 Euro ungehindert in Solarien sein dürfen."

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