Ärzte Zeitung online, 25.03.2009

Kliniken wollen mit Niedergelassenen ins Geschäft kommen

Berlin (ble). Trotz Wirtschaftskrise setzen die Kliniken weiter auf eine Expansion ihrer Aktivitäten im ambulanten Bereich: So wollen knapp 90 Prozent der Kliniken in den kommenden drei Jahren mit niedergelassenen Ärzten kooperieren.

Das geht aus einer Umfrage der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting in Kooperation mit dem Magazin kma online hervor. An der Befragung, die von Oktober 2008 bis Januar dieses Jahres erfolgte, nahmen 129 Fach- und Führungskräfte teil.

Insgesamt spielt die ambulante Versorgung für 73 Prozent der Befragten in diesem Jahr demnach eine weiter an Bedeutung gewinnende Rolle. Medizinische Versorgungszentren erreichen dabei einen Wert von 55 Prozent. Für 74 Prozent der befragten Klinikmanager wird das Personalmanagement in den kommenden Monaten an Bedeutung gewinnen, 71 Prozent nannten Marketing und Kundenbindung. Für 66 Prozent stehen Kooperationen oder Fusionen als Thema auf der Tagesordnung.

Das Thema Privatisierung hat unterdessen bei den Befragten viel an Glanz verloren: Im Vergleich mit der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2005 messen 2009 statt 56 nur noch 24 Prozent dem Thema noch eine hohe Bedeutung zu. Einen starken Bedeutungsverlust erlitten auch die Aspekte Integrierte Versorgung, Gesundheitsnetze und Outsourcing. Dagegen setzen Klinikmanager anscheinend verstärkt auf neue Geschäftsfelder: Hier stieg die Zustimmung von 46 auf 60 Prozent. Welche Geschäftsfelder dies sein könnten, geht allerdings nicht hervor.

In den kommenden drei Jahren planen der Umfrage zufolge 92 Prozent der Kliniken Investitionen ins Qualitätsmanagement sowie jeweils 91 Prozent in die Informationstechnologie und die Kundenbindung. Während bei großen Häusern dabei Investitionen in die IT besonders hoch im Kurs stehen, setzen kleinere Häuser verstärkt auf Qualitätsmanagement und Maßnahmen zur Kundenbindung.

Außer Kooperationen mit Niedergelassenen suchen die Kliniken auch mit anderen Akteuren weitere Kooperationsmöglichkeiten: 86 Prozent der Befragten gaben an, in den kommenden Jahren mit anderen Kliniken kooperieren zu wollen, 74 Prozent mit Krankenversicherungen, 57 Prozent mit Pflegediensten.

Dabei suchen vor allem private Einrichtungen die Zusammenarbeit mit der Assekuranz. Dieser Aspekt erreicht hier eine Zustimmung von 85 Prozent, bei kommunalen Trägern sind es 70, bei freigemeinnützigen 67 Prozent. Umgekehrt steht es bei der Zusammenarbeit mit Kliniken. Hier streben nur 70 Prozent der Privaten Kooperationen an, kommunale und frei-gemeinnützige Träger jeweils 93 Prozent.

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