Ärzte Zeitung online, 07.04.2009

Von der Leyen will gegen Geburtenrückgang steuern

BERLIN (dpa). Angesichts des Geburtenrückgangs hat Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine entschlossene Umsetzung von Erleichterungen für junge Familien gefordert. "Hier müssen wir einfach noch besser werden", sagte von der Leyen am Dienstag in Berlin laut einer Mitteilung.

Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts wurden 2008 rund 675 000 Babys geboren - rund 8000 weniger als 2007 (wir berichteten). Im Februar war die Ministerin bei der Vorstellung des Familienreports zuversichtlich von wieder mehr Geburten ausgegangen.

"Den ungewöhnlichen Einbruch der Geburtenzahlen im letzten Quartal 2008 hat niemand vorausgesehen", sagte sie nun. "Der Anstieg 2007 bis September 2008 und der anschließende Rückgang zeigen, was der Mut zu Kindern für ein zartes Pflänzchen ist." Junge Familien bräuchten gezielte Hilfen wie das Elterngeld, verständnisvolle Arbeitgeber und eine gute Kinderbetreuung. "Erst alles zusammen macht Mut", sagte die Ministerin.

Entscheidend seien die Jahre bis 2013. Mit dem beschlossenen Kinderförderungsgesetz gibt es von 2013 an einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Das Betreuungsangebot muss deshalb auf 750 000 Plätze verdreifacht werden. Bildungsforscher hatten sich bereits im Februar zurückhaltend gezeigt und betont, Familienpolitik wirke sich nur langfristig aus.

Von der Leyen forderte die Arbeitgeber auf, gerade in Krisenzeiten ihre Fachkräfte nicht in andere Länder ziehen zu lassen, wo die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf schon Alltag sei.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »