Ärzte Zeitung online, 14.04.2009

Die meisten Deutschen verstehen Behördenbriefe nicht

WIESBADEN (dpa). Die große Mehrheit der Deutschen versteht die Sprache in Behördenbriefen nicht. 86 Prozent gaben in einer repräsentativen Studie an, Schwierigkeiten mit dem Beamtendeutsch in den Schreiben von Ämtern, Gerichten und Anwaltskanzleien zu haben.

Als Grund hätten viele umständliche Sätze und unerklärte Fachbegriffe genannt, wie die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Keine Verständnisprobleme haben nach eigenen Angaben nur zehn Prozent der Befragten.

Das Verständnis ist nicht abhängig von der Bildung: Für 81 Prozent der Befragten mit Abitur oder Hochschulabschluss sind Briefe von Behörden schwer verständlich. 70 Prozent der Befragten forderten einen weitgehenden Verzicht auf Rechtssprache, 20 Prozent dagegen hielten Fachausdrücke für unverzichtbar. Im Auftrag der GfdS befragte das Institut für Demoskopie Allensbach im Dezember vergangenen Jahres 1814 Deutsche ab 16 Jahren.

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