Ärzte Zeitung online, 20.04.2009

Geldsegen: Am 7. Mai werden die Humboldt-Professuren verliehen

BERLIN (dpa). Anfang Mai wird die gezielte deutsche Abwerbe-Aktion von Spitzenwissenschaftlern aus dem Ausland besiegelt. In Berlin verleiht Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) am 7. Mai feierlich die ersten Humboldt-Professuren, teilten ihr Ministerium und die Alexander von Humboldt-Stiftung mit.

Damit können Spitzenforscher mit einem Etat von bis zu fünf Millionen Euro fünf Jahre lang an deutschen Universitäten arbeiten. Eine vergleichbar hoch dotierte Auszeichnung gab es bisher nicht. Mit den Professuren will die Bundesregierung der Abwanderung deutscher Forscher ins Ausland ("Brain Drain") entgegenwirken.

Die Kandidaten für die Humboldt-Professuren stehen bereits seit November fest. Viele stammen ursprünglich aus Deutschland, fanden aber bisher im Ausland - vor allem in den USA - bessere Bedingungen für ihre Forschung. Den Lockruf aus Deutschland, der den Humboldt-Professoren ein Jahresgehalt von bis zu 180 000 Euro garantiert, schlug nur der prominente Genforscher Thomas Tuschl aus. Er blieb an der amerikanischen Rockefeller University in New York und erteilte der Freien Universität Berlin eine Absage. Die übrigen acht Forscher sagten alle zu.

Unter den neuen Humboldt-Professoren ist zum Beispiel die deutsche Molekularbiologin Ulrike Gaul, die auf ihrem Gebiet zu den Besten der Welt gehört. Ihre Arbeiten an der Fruchtfliege Drosophila trugen maßgeblich zum Verständnis der Genregulation in Entwicklungsprozessen bei. Ihre Erkenntnisse gewann Gaul bisher in New York. Nun lehrt sie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Der Informatiker Oliver Brock hat nach langen Verhandlungen einen Ruf an die Technische Universität Berlin (TU) angenommen. Brock gehört weltweit zu den Vorreitern bei der Erforschung künstlicher Intelligenz und will in Berlin Robotersysteme für die Alltagswelt entwickeln.

Die neuen Humboldt-Professoren arbeiten auch an Universitäten in Köln, Bonn und Ulm. Sie sollen die Netzwerke der Unis nutzen und starke Teams um sich bilden. Pro Jahr will das Forschungsministerium künftig bis zu zehn solcher Elite-Professuren fördern.

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