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Ärzte Zeitung, 04.05.2009

Kommentar

Wenn das Ländle Land unter meldet

Von Florian Staeck

Keine KV soll verlieren! Diese markige These stand am Beginn der Vergütungsreform. Mantrahaft verwiesen Politiker dazu auf die zusätzlich zugesagten 2,7 Milliarden Euro, die Vertragsärzte im laufenden Jahr -  im Vergleich zum Jahr 2007 -  erhalten sollten. In Baden-Württemberg ist jetzt der Tag der Wahrheit gekommen: Die KV hat vorläufige, aber doch valide Abrechnungsdaten für das erste Quartal vorgelegt.

Das Ergebnis bestätigt die vielfachen Warnungen der KV-Führung im Südwesten, die stets als Kassandrarufe abgetan wurden. Angeblich sollte Baden-Württemberg sogar mit einem geringfügigen Honorarplus wegkommen. Davon kann keine Rede sein. Ganze Versorgergruppen sind massiv ins Minus gerutscht. 84 Prozent der Hausärzte gehören zur großen Gemeinde der Honorarverlierer.

Im zweiten Quartal kündigen sich noch härtere Zeiten an: Das RLV-Vergütungsvolumen für Fachärzte weist ein Minus von über sieben Prozent aus, selbst die Konvergenzregelung, die Honorarverluste auf minus fünf Prozent begrenzen soll, könnte auf der Kippe stehen. Fest steht nur: Mit KV-interner Umverteilung ist in Baden-Württemberg nichts mehr zu retten. Kassen und Politik müssen bekennen, was ihnen der Erhalt der Versorgung im Ländle wert ist.

Lesen Sie dazu auch:
Ärzte im Südwesten stecken kollektiv im Honorardesaster

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