Ärzte Zeitung online, 05.05.2009

Sozialverband fordert Rücknahme der Rente mit 67

BERLIN (dpa). Der Sozialverband VdK fordert nach den jüngsten Äußerungen von Sozialminister Olaf Scholz (SPD) zur stabilen Lage der Rentenfinanzen eine Rücknahme der Rente mit 67. Die VdK-Vorsitzende Ulrike Mascher sagte: "Das zeigt: Die Rente mit 67 ist überflüssig."

Mascher bezog sich dabei ausdrücklich auf die Feststellung des Ministers vom Wochenende. Scholz hatte erklärt: "Die Rentenfinanzen sind wieder stabil." Nach Ansicht der VdK-Vorsitzenden ist die Verlängerung der Lebensarbeitszeit um zwei Jahre damit nicht mehr nötig. Mascher: "Der spätere Renteneintritt hätte ohnehin nur eine Beitragssatz-Ersparnis von 0,5 Prozentpunkten gebracht." Außerdem sei es wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise immer fraglicher, ob überhaupt genügend Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer bereitstünden. Die Erfahrung zeige, dass ältere Arbeitnehmer als erste aus den Betrieben gedrängt würden und am schwersten eine neue Stelle fänden. Viele seien bei der Rente mit 67 gezwungen, die Zeit bis zur Rente mit Hartz IV zu überbrücken und hohe Abschläge auf die Altersgelder in Kauf zu nehmen.

Mascher: "Wenn es nicht genügend Jobs für Senioren gibt, wäre die Rente mit 67 ein reines Rentensenkungsprogramm. Das kann der Minister nicht wollen."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »