Ärzte Zeitung online, 07.05.2009

China veröffentlicht Zahl der beim Erdbeben getöteten Kinder

PEKING (dpa). Knapp ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Sichuan hat China erstmals offizielle Zahlen zu den getöteten Kindern veröffentlicht. 5335 Schüler seien bei dem Beben am 12. Mai 2008 getötet worden oder gälten seitdem als vermisst, berichteten chinesische Behörden am Donnerstag. Das sind rund sechs Prozent der fast 87 000 Menschen, die zu Tode kamen oder seit dem Beben verschwunden sind.

Der Veröffentlichung der Zahlen durch die Bildungsbehörde der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas war eine monatelange Kampagne des weltbekannten Künstlers Ai Weiwei vorausgegangen, der der Regierung Vertuschung vorwarf.

Viele der nachweislich schlecht gebauten Schulen in der Provinz waren bei dem Erdbeben der Stärke 7,9 in sich zusammengefallen und hatten Schüler wie Lehrer unter sich begraben. Es gab dazu aber bislang keine differenzierte Opferzahl, sondern nur die Gesamtzahl der Toten.

Der Künstler Ai Weiwei, der das Pekinger Olympiastadion mitentworfen und 2007 an der Kunstausstellung documenta in Kassel teilgenommen hatte, erstellte in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Freiwilligen und der Hilfe von Eltern Namenslisten der Opfer. Trotz Repressalien der Staatsmacht kamen so rund 5200 Namen zusammen, die er in seinem Blog (Internet-Tagebuch) veröffentlichte. Ai Weiwei kritisierte am Donnerstag, es sei unklar, wie die nun offiziell genannte Zahl zustande gekommen ist.

"Die Zahl basiert nicht auf einer echten Namensliste, sondern ist immer noch nur eine Ziffer", sagte er der dpa. "Ich denke, sie waren durch den Druck der Gesellschaft und der Medien gezwungen, diese Zahl zu veröffentlichen."

Ein Jahr nach dem Beben sind insgesamt 68 712 Todesopfer gezählt worden, 17 921 Menschen werden vermisst und sind vermutlich tot, wie die Behörden in Sichuan am Donnerstag weiter mitteilten. Staatliche Medien berichteten unter Berufung auf die örtliche Bildungsbehörde zudem, dass 3340 zerstörte Schulen wieder aufgebaut werden müssten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Künstliche Herzklappe raubt oft den Schlaf

Fast ein Viertel aller Patienten mit einer mechanischen Herzklappe klagt über Schlafstörungen. Die Ursache hat eine einfache Erklärung. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen von Tag 1 und 2 des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

"Digitalisierung lässt sich nicht klein hoffen"

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, die Ärzte sollten sich daher aktiv daran beteiligen, appellierte der Blogger Sascha Lobo auf dem Ärztetag. mehr »