Ärzte Zeitung, 08.05.2009

Weniger Schreibkram - mehr Zeit für Patienten

Bremer Krankenhaus-Holding will Ärzte weitgehend von Verwaltungsaufgaben entbinden

BREMEN (cben). Die Bremer Krankenhaus-Holding "Gesundheit Nord" (Geno) will die Ärzte an den vier ehemals kommunalen Häusern von Verwaltungsaufgaben entlasten. Zugleich strebt die Geschäftsleitung eine Organisationsreform an.

"Die Organisation des Krankenhausaufenthaltes soll künftig in den Händen der Pflegekräfte liegen", so die Geno. "Damit werden die Ärzte von den organisatorischen und administrativen Aufgaben entlastet und haben mehr Zeit für die Patienten." Ein großer Teil der Verwaltungsaufgaben soll künftig von Dokumentationsassistenten erledigt werden.

Die Geno plant darüber hinaus eine Neuverteilung der Versorgung unter den vier Häusern auf zehn medizinische Zentren, die zum Teil an allen vier Standorten vertreten sein sollen. Zum Beispiel das Mutter-Kind-Zentrum oder das Zentrum für Anästhesiologie und OP-Management. Die Basisversorgung bleibe in allen Häusern erhalten, hieß es.

Im Rahmen dieser Neuordnung werden auch ein Teil der Leitungsstrukturen dezentralisiert - weg von der Geno-Geschäftsführung, hin zur Ebene der Zentrenleitung. Auch die Chefärzte sollen einen Teil des Managements an die Zentrenebene abgeben, wo Pflegedienstleiter oder Ärzte mit Zusatzausbildung die Zentrenleitung übernommen haben. Das Konzept werde derzeit "mit den Führungskräften der Gesundheit Nord diskutiert", hieß es.

Seit Jahren hadert die "Gesundheit Nord" mit den teueren Strukturen der ehemals kommunalen Häuser. Der ursprüngliche Plan, per Private-Public-Partnership-Programm das pavillonartig strukturierte Klinikum Mitte durch einen Neubau zu ersetzen, wurde längst fallen gelassen. Der Neubau ist aber nicht vom Tisch, sondern wurde aufgeschoben und soll nun anders finanziert werden. Nach den zurück liegenden Personal-Querelen in der Spitze der Geno und bei den Geschäftsführern einzelner Häuser (wir berichteten) will der neue Holding-Chef, Dr. Diethelm Hansen, die vier großen Bremer Krankenhäuser in ruhigeres Fahrwasser bringen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »