Ärzte Zeitung, 12.05.2009

Kommentar

Was Hausärzte in spe zögern lässt

Von Christian Beneker

Trotz vieler Anstrengungen, den Hausarztberuf attraktiver zu machen und mehr Ärzte für die Allgemeinmedizin zu gewinnen, sind die neuen Zahlen aus Niedersachsen deprimierend: Nur eine verschwindend kleine Minderheit der niedersächsischen Ärzte in Weiterbildung ist auf dem Weg, Allgemeinmediziner zu werden.

Das hat eine Analyse der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft ergeben. Demnach ist in den vergangenen zehn Jahren von den Kliniken im Land nicht ein einziges Mal die ganze Fördersumme der Kassen für die hausärztlichen Weiterbildungs-Assistenten in Kliniken abgerufen worden.

Geld und Infrastruktur sind da, so das Fazit der Ärztekammer. Aber warum gibt es keine Interessenten? Die Antwort liegt tiefer als der Punktwert. Es wird jungen Medizinern nicht in erster Linie ums Geld gehen, wenn sie nicht in die Hausarztmedizin gehen wollen. Sondern es geht um die oft fehlende Achtung vor der hausärztlichen Versorgung als begegnende Medizin. Neben der schieren "Versorgung" verstehen Hausärzte, dass Gesundheit mehr braucht als Rezept oder Kur - sie braucht Zeit. Flösse mehr Geld in Gesprächsleistungen, und würde der Papierkrieg in der Praxis beendet, dann fänden sich auch mehr Hausärzte.

Lesen Sie dazu auch:
Hausarztnachwuchs - eine rare Spezies

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