Ärzte Zeitung online, 12.05.2009

Frau wird von ihrem Mann zu Tode gequetscht

HILDESHEIM (dpa). Er setzte sich mit seinen 128 Kilo Gewicht auf seine nur halb so schwere Frau und soll sie so zu Tode gequetscht haben. Seit Dienstag muss sich ein 52 Jahre alter Busfahrer erneut wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Das erste Urteil über eine fünfjährige Haftstrafe hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben, weil der Zusammenhang zwischen der Tat und dem Tod der Frau nicht ausreichend begründet war. Zudem müsse geklärt werden, ob ärztliche Behandlungsfehler vorlagen.

Die 46-Jährige hatte bei der Tat im April 2006 insgesamt 18 Rippenbrüche erlitten. Sie starb einen Monat später qualvoll zu Hause. Nach einem dreitägigen Krankenhausaufenthalt war sie nicht mehr zum Arzt gegangen, obwohl es ihr zunehmend schlechter ging. Ihr Mann unternahm offensichtlich nichts.

Am Abend der Tat hatten die Eheleute gemeinsam Alkohol getrunken. Auslöser für die "Schlägerei", wie der Mann später einem Polizisten erzählte, war der Streit um einen von seiner Frau gewünschten Musiktitel. Den italienischen Schlager fand er nicht schnell genug auf seinem Computer, woraufhin sie ihm einen Schlag in den Nacken versetzt habe. Nach seiner Darstellung im ersten Prozess fiel er danach bei einer Rangelei auf seine Frau, die anschließend über Atemnot klagte. Der zum Tatzeitpunkt 19-jährige Sohn hatte jedoch die Polizei alarmiert und angegeben, dass der Vater die Mutter schlägt.

   Nach Aussage der Polizisten, die zu dem Streit gerufen worden waren, versicherten beide Eheleute glaubhaft in der Nacht, dass sie sich wieder vertragen wollten. Die Ermittlungen gegen den Busfahrer waren erst dadurch ins Rollen gekommen, dass er am Todestag der 46-Jährigen einem Kriminalbeamten gestand, ihre Rippenbrüche seien Folgen einer "Schlägerei" vor vier Wochen.

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