Ärzte Zeitung online, 13.05.2009

Aigner fordert maßvollere Alkoholwerbung

BERLIN (dpa). Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat von der Wirtschaft eine maßvollere Alkoholwerbung gefordert. "Die Wirtschaft könnte durchaus mehr darauf dringen, dass Alkohol verantwortungsbewusst konsumiert werden sollte", sagte Aigner.

Auch die Getränkehersteller könnten "kein Interesse an Maßlosigkeit haben" und sollten dies auch an die Öffentlichkeit bringen. Sie schlug den Werbeslogan vor: "Ein Bier in gemütlicher Runde, und das reicht dann auch", sagte Aigner der "Frankfurter Rundschau" (Mittwochsausgabe).

Aigner zeigte sich offen, über das Nationale Aktionsprogramm Alkohol in der kommenden Wahlperiode weiter zu beraten. Es liegt derzeit auf Eis.

Werbung für Alkohol kann Jugendliche zu Trink-Gelagen verführen. Das hatte eine Studie für die Krankenkasse DAK ergeben (wir berichteten). Mehr als 90 Prozent der Jugendlichen, die mehrere Werbespots häufiger als zehnmal wahrnahmen, haben demnach bereits Alkohol getrunken. Dagegen griffen mehr als 80 Prozent der befragten Jungen und Mädchen, die keine Alkoholwerbung sahen, weder zur Bier- noch zur Schnapsflasche. Der Anteil jugendlicher Koma-Trinker ist 2008 dem neuen Drogenbericht zufolge zwar zurückgegangen. Die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) ist allerdings wegen des Rekords aus dem Jahr 2007 von Einlieferungen jugendlicher Koma-Trinker ins Krankenhaus besorgt.

Lesen Sie dazu auch:
DAK: Werbung verführt Kids zum Alkoholkonsum

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