Ärzte Zeitung online, 18.05.2009

Immer weniger Deutsche konsumieren immer unterschiedlichere Drogen

ERFURT (dpa). Nach Ansicht von Experten konsumieren in Deutschland weniger Menschen immer mehr unterschiedliche Drogen. "Es gibt einen radikalen Wandel", sagte der Vorsitzende des Fachverbandes Drogen und Rauschmittel, Thomas Bader, am Montag in Erfurt. Während Drogenabhängige früher beispielsweise nur nach Kokain oder Heroin gegriffen hätten, probierten sie heute eine Vielzahl von Substanzen aus.

"Der Markt ist voller Drogen, und die Menschen experimentieren damit." Das führe dazu, dass die Störungen komplexer und die Verhaltensauffälligkeiten größer würden. Der Verband veranstaltet in der Thüringer Landeshauptstadt eine zweitägige Tagung der Drogenhilfe, zu dem 400 Fachleute erwartet werden.

Die Probleme von Süchtigen seien nicht nur körperlicher, sondern auch psychischer und sozialer Natur. "Das erfordert völlig andere Therapieformen als früher", sagte Bader. Die Angebote müssten auf den Einzelnen zugeschnitten sein. Der Schwerpunkt liege dabei auf einem frühen Eingreifen. Die Suchthilfe in Deutschland ist nach Ansicht des Verbandes gut aufgestellt. Häufiger suchten auch Menschen die Beratungsstellen auf, die nicht mehr vom Glücksspiel oder dem Internet lassen könnten.

Hauptproblem sei aber nach wie vor der Alkohol, sagte der Geschäftsführer des Fachverbandes, Jost Leune. Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland seien alkoholabhängig, mindestens 10 Millionen seien gefährdet. Vermutlich 75 000 Menschen sterben laut Leune jährlich an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Mehr als 450 000 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren hätten bereits einen riskanten Alkoholkonsum.

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