Ärzte Zeitung, 21.05.2009

Erwachsene Behinderte sollen besser versorgt werden

Einstimmig haben sich die Delegierten des Ärztetages hat sich hinter den Leitantrag für eine bessere Behandlung behinderter Menschen gestellt.

Von Rebecca Beerheide

Erwachsene Behinderte sollen besser versorgt werden

MAINZ. Als "ein sehr gutes Beispiel für das ärztliche Engagement" bezeichnete Professor Michael Seidel, leitender Arzt im Stiftungsbereich Behindertenhilfe Bethel, die Diskussion der Delegierten über die Verbesserung der Behandlung von Behinderten. Die Delegierten unterstützen einstimmig den Leitantrag des Vorstandes der Bundesärztekammer.

Darin wird gefordert, dass gesetzliche Grundlagen für Medizinische Zentren für Erwachsene mit Behinderungen geschaffen werden müssen. Da es derzeit nur für behinderte Kinder eine flächendeckende Versorgungsstruktur an Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) gibt (wir berichteten), sollen nun auch Zentren für Erwachsene die Versorgung verbessern. Diese Zentren sollen in ein Netz von ambulanten und stationären Einrichtungen eingebunden werden und Ansprechpartner für niedergelassene Ärzte werden. Außerdem wird eine angemessene Finanzierung der Zentren sowie der ambulanten Betreuung gefordert.

Auch nichtuniversitäre Zentren sollen forschen.

Außerdem forderten die Delegierten die Ärzte auf, sich stärker für die Aus-, Weiter- und Fortbildung bei der Behandlung von Menschen mit Behinderungen einzusetzen. Zudem plädiert der Ärztetag dafür, empirische Studien zur Diagnostik und Therapie für geistig behinderte Menschen stärker zu fördern. Da diese Patienten selten an Universitätskliniken behandelt werden, sollen auch nichtuniversitäre Zentren zu dem Thema forschen können.

In der Aussprache kritisierte Seidel das Verhalten einiger KVen, die bei der Ermächtigung von Vertragsärzten zur Behandlung von Patienten in Einrichtungen der Behindertenhilfe (Paragraf 119 a SGB V) mehr als zurückhaltend agierten. Professor Harald Mau aus Berlin erinnerte daran, dass in der Debatte um die Versorgung von Menschen mit Behinderung oft die betreuenden Mütter sowie die Familien als Hauptakteure vergessen werden.

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