Ärzte Zeitung online, 26.05.2009

Migrationsforscher warnen vor Abwanderung von Medizinern

BERLIN (dpa). Migrationsforscher haben vor den gravierenden Folgen einer Abwanderung qualifizierter Fachkräfte gewarnt. "Die "Firma" Deutschland hat Personalprobleme", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats für Integration und Migration, Klaus J. Bade, am Dienstag in Berlin. Deutschland müsse attraktiver für qualifizierte Zuwanderer werden.

Nach einer Studie der Sachverständigen verlassen jährlich zehntausende Fachkräfte im besten Erwerbsalter Deutschland, nur wenige kehrten zurück.

Seit 2003 seien fast 180 000 Fachkräfte in andere Industriestaaten ausgewandert. Besonders auffällig sei diese Entwicklung bei den Medizinern. Allein 2008 seien mehr als 3000 vorwiegend in Deutschland ausgebildete Ärzte gegangen. Durch Zuwanderung könne der qualitative Verlust nicht kompensiert werden. Als Gegenmaßnahme schlug Bade ein flexibles am Arbeitsmarkt orientiertes Zuwanderungssystem vor, das die benötigten Fachkräfte nach einem Punktesystem auswählt.

Der Sachverständigenrat, dem neun Wissenschaftler angehören, ist im Oktober 2008 von acht führenden Stiftungen gegründet worden. Mit der vom Münchner ifo-Institut erstellten Studie trat er jetzt erstmals an die Öffentlichkeit.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »