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Ärzte Zeitung online, 23.06.2009

Ernährungsindustrie gegen Klonfleisch-Verwendung

BERLIN(dpa). Die EU-Pläne zum Verkauf von Fleisch und Milch geklonter Tiere stoßen in der deutschen Ernährungsbranche auf Ablehnung. Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Jürgen Abraham, sagte: "Es gibt kein Klonfleisch auf deutschen Tellern - und das bleibt auch einige Jahre so."

Die Ernährungsindustrie lehne Klonfleisch "zurzeit aus ethischen Gründen ab, weil es noch keine wissenschaftliche Folgenabschätzung gibt", so Abraham zu "Bild". Weder Handel noch Verbraucher würden diese Ware akzeptieren. "Wir lassen uns dieses Thema nicht von EU-Bürokraten und Tierzüchtern aufzwingen."

Die Grünen-Abgeordnete und Vorsitzende des Agrarausschusses im Bundestag, Ulrike Höfken, sagte der Zeitung: "Diese Verordnung ist eine Gefahr für die Verbraucher. Es ist bekannt, dass geklonte Tiere oft gesundheitliche Schäden haben. Da ist es besonders schlimm, dass die EU schon wieder vor der Industrie einknickt."

Der Agrarexperte der Union, Peter Bleser (CDU), forderte, Klonfleisch genau zu prüfen. "Wir sind gegen das Klonen und müssen verhindern, dass Klonfleisch ungeprüft und ungekennzeichnet den Weg ins Supermarktregal findet." Der Verbraucher müsse aber am Ende selbst entscheiden, "ob er Klonfleisch will oder nicht."

Die EU-Agrarminister hatten sich am Montag darauf geeinigt, den Verkauf von Klonfleisch unter Auflagen zuzulassen. Das EU-Parlament muss dem noch zustimmen. Derzeit gibt es in Europa keine Fleisch- oder Milchprodukte von geklonten Tieren oder ihren Nachkommen auf dem Markt.

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