Ärzte Zeitung, 25.06.2009

Ärzte sollen helfen, Spuren sexueller Gewalt zu sichern

FULDA(ine). Niedergelassene Gynäkologen sind erste Ansprechpartner eines neuen Projektes zur Unterstützung für Opfer von sexueller Gewalt in Fulda.

Das Netz gegen sexuelle Gewalt und das Kreisgesundheitsamt haben an mehr als 30 Praxen "Untersuchungskits" verteilt, die helfen sollen, eventuell vorhandene Spuren fachgerecht und gerichtsverwertbar zu sichern.

"Oft zeigen Opfer von sexuellen Übergriffen die Täter zunächst nicht an", sagt Birgit Schmidt-Hahnel von der Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt beim Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) in Fulda. In vielen Fällen sei die Frauenärztin oder der Frauenarzt erster Ansprechpartner. Mit Hilfe der "Untersuchungskits" sei es Ärzten möglich, Spuren zu sichern, die später auch vor Gericht verwertbar seien.

Zur Ausstattung der Kits gehören ein Dokumentationsbogen des Hessischen Sozialministeriums sowie ein Untersuchungsbogen, der Ärzten Tipps für den richtigen Umgang mit den Opfern gibt. Das "Untersuchungskit" enthält zudem Abstrichröhrchen und Papiersäcke für die Kleidung.

Die Proben können von den Ärzten bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Wenn sich das Opfer später dann entschließt, doch noch eine Strafanzeige zu stellen, kann es den Arzt von seiner Schweigepflicht entbinden. "Das neue Angebot schließt eine Lücke", so Birgit Schmidt-Hahnel. Bisher seien die Kits den Ärzten erst nach der Anzeige einer Straftat von den Polizisten zur Verfügung gestellt worden.

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