Ärzte Zeitung, 07.07.2009

Privatisierungsdruck auf Kliniken wird im nächsten Jahr steigen

Trend zu immer größeren Verbünden wahrscheinlich

AACHEN (iss). Nach einem eher ruhigen Jahr 2009 wird 2010 der Privatisierungsdruck auf Krankenhäuser wieder zunehmen.

Davon geht Dr. Michael Philippi aus, Vorstandsvorsitzender der Klinikkette Sana, die den privaten Krankenversicherern gehört. "Ab 2010 werden sich die Klinikträger wieder stärker mit der Frage der Privatisierung beschäftigen, etwa wenn die Kommunen Kassensturz gemacht haben", sagte Philippi beim MCC-Kongress "Health world 2009". Mit einer Privatisierungswelle rechnet er aber nicht.

In seinen Augen wird für die meisten Häuser kein Weg daran vorbei führen, sich in größeren Verbünden zu organisieren. Grund sei der Industrialisierungsprozess im stationären Sektor, der noch am Anfang stehe. Die stärker mit Industriebetrieben vergleichbare Ablauforganisation sei für die Krankenhäuser notwendig, um eine angemessene Patientenversorgung aufrecht erhalten zu können, so Philippi. "Die Anforderungen, die daraus entstehen, werden für ein einzelnes Krankenhaus nicht zu bewältigen sein."

Durch die Einbindung in Verbünde könnten die Kliniken auf vielen Ebenen profitieren, etwa durch vernetzte Leistungsangebote, effiziente Ressourcennutzung, Gewinnung von qualifiziertem Personal oder Professionalisierung der Unternehmensfunktionen. "Kommunale oder frei gemeinnützige Krankenhäuser, die das realisieren können, werden genau so erfolgreich sein wie private", so der Sana-Chef.

Nur durch die Bildung von größeren Einheiten werden sich im Krankenhaussektor die notwendigen Innovationen durchsetzen, glaubt Philippi. Dazu zählt er die Orientierung am Gesundheitsmarkt oder den Zugang zum Kapitalmarkt.

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