Ärzte Zeitung, 04.08.2009

Teure Klinikbehandlungen

MAINZ(chb). Klinikbehandlungen sind in Rheinland-Pfalz am teuersten. Denn mit 3008,07 Euro hat das Land bundesweit den höchsten Basisfallwert. Sachsen-Anhalt kommt dagegen mit 2775 Euro auf den niedrigsten Landesbasisfallwert.

Dieses Ungleichgewicht ist für die Kassen in Rheinland-Pfalz mit entsprechenden Mehrausgaben verbunden. So rechnet die Techniker Krankenkasse zum Beispiel aus, das für sie bei einer Geburt ohne Komplikationen Kosten in Höhe 1627 Euro entstehen. In Sachsen-Anhalt würden dafür 126 Euro weniger anfallen.

Gravierender wird der Unterschied bei schweren Eingriffen. So differierten die Kosten bei einer komplizierten Lebertransplantation schon um mehr als 7600 Euro. Dieser Eingriff kostet nach TK-Angaben in Rheinland-Pfalz 98 418 Euro im Vergleich zu 90 792 Euro in Sachsen-Anhalt. "Da es 2014 einen einheitlichen Bundesbasisfallwert geben wird, würden wir uns schon jetzt geringere Unterschiede zwischen den Ländern wünschen", sagt die Leiterin der TK-Landesvertretung Anneliese Bodemar.

Würden in Rheinland-Pfalz die gleichen Werte gelten wie in Sachsen-Anhalt, müssten die Kassen im Land 200 Millionen Euro weniger im Jahr für Krankenhausbehandlungen ausgeben, so Bodemar. Die Preise für Klinikbehandlungen berechnen sich, indem die landesindividuellen Basisfallwerte mit einem bundeseinheitlichen Schweregrad für erbrachte Leistungen multipliziert werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »