Ärzte Zeitung online, 28.08.2009

Chinesische Unis stoppen Studentenaustausch

MARBURG (coo). Die Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Dalai Lama hat offenbar Konsequenzen für Medizinstudierende der Marburger Philipps-Universität. Zwei chinesische Universitäten haben den Studierendenaustausch mit dem Fachbereich Medizin "über Nacht" abgebrochen, berichtet Organisator Professor Harald Renz.

Offiziell begründeten die Hochschulen von Wuhan und Schanghai den Stopp mit "organisatorischen Gründen". Renz geht aber davon aus, dass die Entscheidung mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Dalai Lama zusammenhängt. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter wurde am 3. August geehrt.

Zwei Medizinstudentinnen erfuhren erst am Frankfurter Flughafen, dass sie ihre Reise zu einer Famulatur in Wuhan nicht antreten können.

Sechs weitere Studenten, die zu Famulaturen an die Schanghaier Tongji-Universität gehen wollten, blieben daraufhin gleich in Marburg. Auch chinesische Medizinstudenten durften ihre seit Monaten geplante Reise nach Deutschland nicht antreten. "Ich finde es sehr ärgerlich, dass die politischen Konflikte auf dem Rücken der Studenten ausgetragen werden", kommentierte Renz. Universitätspräsident Volker Nienhaus hat sich mit der Bitte um Auskunft an den chinesischen Kulturattaché in Deutschland gewandt.

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