Ärzte Zeitung, 14.09.2009

Ärzte setzen auf die liberale Karte

Leser-Umfrage der "Ärzte Zeitung": Hoffnung auf eine starke FDP und einen Neustart für Gesundheitsreformen

NEU-ISENBURG (HL). Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland wünschen sich mehrheitlich Angela Merkel als Bundeskanzlerin. In einer liberal-konservativen Koalition wäre die Union aber - ginge es nur nach den freiberuflich tätigen Ärzten - der Juniorpartner. Ganz klar ist die Präferenz für die FDP als Partei der Freiberufler.

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So würden niedergelassene Ärzte wählen: die FDP bekäme die absolute Mehrheit.

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der "Ärzte Zeitung" unter ihren Lesern. Sie ist nicht repräsentativ, kann aber bei 711 ausgewerteten Fragebögen als realistischer Trend angesehen werden. Danach würden 56 Prozent der niedergelassenen Ärzte die FDP wählen, die Union käme auf 23,5 Prozent. Die SPD würde mit 4,8 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde verfehlen. Drittstärkste Fraktion würde Bündnis 90/Die Grünen mit 6,3 Prozent, drei Prozent würden die Linkspartei wählen.

Eindeutig ist bei Ärzten die Präferenz für Angela Merkel an Kanzlerin: sie erhielte bei einer Direktwahl 53 Prozent; nur 9,4 Prozent bekäme SPD-Kanzler-Kandidat Frank Walter Steinmeier.

Eine liberale Handschrift wünschen sich Ärzte vor allem in der Gesundheitspolitik. Zum Ausdruck kommt dies mit dem Wunschkandidaten für das Amt des Gesundheitsministers: 54 Prozent sprechen sich für den FDP-Gesundheitspolitiker Daniel Bahr aus. Ulla Schmidt (SPD) erhält nur 4,6 Prozent der Stimmen.

Mehr als drei Viertel der Ärzte hält eine grundlegende Revision der letzten Gesundheitsreform für notwendig: der Gesundheitsfonds sollte wieder abgeschafft werden, eine Finanzreform mit Aufbau einer Kapitaldeckung wäre notwendig, Ärztehonorare sollten wieder regional ausgehandelt werden, und MVZ sollten nur von Vertragsärzten betrieben werden.

Doch diese Wünsche sind wenig realistisch: Der Gesundheitsfonds werde bleiben, so Angela Merkel im Sonntagabend im Fernsehduell mit Frank-Walter Steinmeier. Der SPD-Kanzler-Kandidat machte dabei Boden gut.

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