Ärzte Zeitung, 25.09.2009

Am Sonntag zählt jede Stimme

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Nach einem langweiligen Wahlkampf ist der Vorsprung einer schwarz-gelben Koalition abgeschmolzen

BERLIN (HL). Schwarz-Gelb oder Fortsetzung der großen Koalition? Nach einem zähen Wahlkampf kommt es am Sonntag wohl auf jede Stimme an - und darauf, wie die etwa 35 Prozent noch Unentschiedenen wählen werden.

Nach allen Umfragen, die zuletzt veröffentlicht wurden, verloren Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Union, die SPD holte mit Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier auf. Die Union käme auf etwa 35 Prozent, die SPD pendelt bei 24 bis 26 Prozent. Nach einer Forsa-Umfrage käme Schwarz-Gelb auf 48 Prozent, SPD, Grüne und Linke auf 47 Prozent. Das Berliner Institut Info ermittelte im Auftrag des Handelsblatts einen Vorsprung von Rot-Rot-Grün von drei Punkten vor Schwarz-Gelb (49 zu 46 Prozent). Die letzte Umfrage wird Emnid heute veröffentlichen.

Schwarz-Gelb oder große Koalition? Das Rennen ist offen und lässt einen spannenden Wahlabend erwarten.

Schwarz-Gelb oder große Koalition? Das Rennen ist offen und lässt einen spannenden Wahlabend erwarten.

Foto: imago

Wie bei keiner Bundestagswahl ist der Anteil der Unentschiedenen mit etwa 35 Prozent extrem hoch. Das macht eine Prognose für das tatsächliche Wahlergebnis unmöglich.

Da die SPD ein Bündnis mit den Linken ausgeschlossen und die FDP eine klare Aussage zugunsten der Union gemacht hat, bleiben nur zwei Konstellationen übrig: die von vielen Ärzten präferierte konservativ-liberale Koalition oder die Fortsetzung der großen Koalition.

Dass dies auch in der Sache möglich ist, zeigt ein Blick auf den Wahlkampf in Aachen: dort tritt der Internist und Marburger-Bund-Vorsitzende Rudolf Henke für die CDU gegen die bei Ärzten wenig beliebte SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt an. Doch gerade in der Gesundheitspolitik teilt Henke nicht die Fundamentalkritik vieler seiner Kollegen an Schmidt.

Sie habe es in der großen Koalition durchgesetzt, dass die Vergütung ärztlicher Leistungen nicht mehr an der Grundlohnsumme, sondern an der Morbidität orientiert werde, also am Versorgungsbedarf. "Außerdem habe ich Respekt vor ihr", sagt der Ärzte-Gewerkschafter.

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