Ärzte Zeitung, 02.10.2009

"Kassen brauchen mehr Kompetenz"

"Kassen brauchen mehr Kompetenz"

Professor Jürgen Wasem

Foto: ami

ESSEN (HL). Die gegenwärtig laufende Fusionswelle bei den gesetzlichen Krankenkassen ist strategisch nur dann sinnvoll, wenn die einzelnen Krankenkassen mehr Kompetenzen in Vertrags- und Versorgungs-Management bekommen. Notwendig wäre deshalb eine konsistente wettbewerbliche Orientierung der Gesundheitspolitik in der neuen Wahlperiode, so der Gesundheitsökonom Professor Dr. Jürgen Wasem im Interview mit der "Ärzte Zeitung".

In diesem Zusammenhang plädiert Wasem für eine Korrektur der Bestimmungen für die hausarztzentrierte Versorgung. Die seit Jahresbeginn geltende Regelung, die dem Hausärzteverband ein Vertragsprivileg gibt, sei "ordnungs-, versorgungs- und finanzpolitisch falsch". Wasem spricht sich für eine intelligente integrierte Versorgung aus, beispielsweise kombinierte Paragraf 73b- und -c-Verträge.

Fortschritte erkennt Wasem bei der Morbiditätsmessung und somit bei der Ermittlung der ärztlichen Gesamtvergütung. Wenig Chancen sieht er jedoch dafür, auf Regelleistungsvolumen als Mengenbegrenzung zu verzichten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »