Ärzte Zeitung, 30.10.2009

Kommentar

Wer denkt an den Nachwuchs?

Von Helmut Laschet

Ärzte in der Patientenversorgung werden knapp, jammern KBV, KVen und viele Berufsverbände. Frauen werden in der Medizin immer wichtiger, unter den Studenten stellen sie inzwischen die Mehrheit. Wer Versorgung künftig sicherstellen will, muss Arbeitsmöglichkeiten bieten, die Beruf und Familie vereinbar machen und die Arbeitsunterbrechungen wie Elternzeiten erlauben.

Medizinische Versorgungszentren bieten offenbar eine Arbeitsorganisation, die für viele Ärzte, die das Risiko und die Herausforderungen der wirtschaftlichen Freiberuflichkeit nicht tragen wollen, eine Alternative ist. Die Zahl der angestellten Ärzte in MVZ steigt steil, die der Vertragsärzte stagniert nahezu. Vor allem in Klinik-MVZ ist der angestellte Arzt der Normalfall.

Die neue Koalition und ihre verantwortlichen Gesundheitspolitiker sollten genau auf die Fakten schauen, bevor sie durch vorschnelle und ideologisch geprägte Entscheidungen sinnvolle und notwendige Entwicklungen abwürgen: Wird die Trägerschaft von MVZ auf Vertragsärzte konzentriert, dann sinken Beschäftigungschancen des ärztlichen Nachwuchses. Die wirtschaftliche Freiberuflichkeit muss eine mögliche Form der Berufsausübung bleiben, aber nicht die einzige.

Lesen Sie dazu auch:
Angestellt im MVZ - für viele Ärzte eine Alternative

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »