Ärzte Zeitung, 09.11.2009

Heute vor 20 Jahren fiel die Mauer

Sonderausgabe: Zeitzeugen aus dem Gesundheitswesen erinnern sich an ihren Weg zur Freiheit

BERLIN (HL). Heute vor 20 Jahren zerriss in Berlin der Eiserne Vorhang. Es war der friedliche Protest von zuletzt Millionen Bürgern der DDR, mit dem die Befreiung aus dem über 28 Jahre gewaltsam eingeriegelten Osten Deutschlands gelang. Nur gut zehn Monate später war die Einheit Deutschlands vollendet.

zur Großdarstellung klicken

Am 9. November 1989 war die Mauer kein Hindernis mehr.

Foto: dpa / Bildfunk

Mit einer Sonderausgabe erinnert die "Ärzte Zeitung" an die bewegenden Monate im Herbst 1989 und lässt Zeitzeugen sprechen.

"Es war ein Gefühl wie vor der Hochzeit", so charakterisiert Dr. Thomas Lipp, damals junger Arzt in Leipzig, sein Empfinden in den Wochen der Montagsdemonstrationen, deren Bilder um die Welt gingen.

"Es war der schönste Montag in meinem Leben", bilanziert Dr. Michael Burgkhardt den 9. Oktober 1989, als viele zehntausend Menschen auf dem Leipziger Stadtring gegen Freiheit und freie Wahlen forderten. Aber: Es war eine sehr angespannte Mischung aus Angst und Mut - die Furcht vor Repressionen und die Sorge vor staatlichen Schießbefehlen waren allgegenwärtig.

Tatsache war: Das sozialistische Herrschaftssystem begann in der zweiten Hälfte der 80er Jahre zu implodieren. Der Erosionsprozess war 1989 nicht mehr aufrecht zu erhalten. Zehntausende DDR-Bürger flüchteten über Prag und Budapest in den Westen.

Auf die friedliche Überwindung der sozialistischen Diktatur sind heute die meisten Deutschen - über 80 Prozent - stolz, wie eine Repräsentativumfrage von dimap im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung ergab. Vier von fünf Bürgern sagen, der unbändige Freiheitsdrang der Menschen in der DDR sei Ursache für das Ende des Unrechtsregimes gewesen. Fast ebenso groß ist der Anteil jener, die den Einsatz vieler DDR-Bürgerrechtler im Kampf um elementare Freiheitsrechte für ausschlaggebend halten. Die friedliche Revolution wird von den Deutschen als "Glücksfall ihrer Geschichte" gesehen. Die Bilanz des Sozialismus - 70 Jahre in Russland, 44 Jahre in Deutschland und Osteuropa - war grauenhaft: 100 Millionen Todesopfer, Raubbau an der Gesundheit der Menschen und an der Natur.

20 Jahre Mauerfall – eine Sonderausgabe der Ärzte Zeitung  
Vor 20 Jahren strömten Menschen zu Tausenden aus der DDR in die westdeutschen Botschaften in Budapest und Prag. Hunderttausende demonstrierten in Leipzig und Berlin.

Ärzte und weitere Zeitzeugen berichten, wie sie den Weg in die Freiheit erlebt haben. Es sind Dokumente, die zeigen, dass es für Nostalgie keinen Grund gibt.

Zum Special "20 Jahre Mauerfall" »
 

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »