Ärzte Zeitung online, 25.11.2009

BDI fordert Gesundheitspauschale

BERLIN (dpa). Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wirbt für eine grundlegende Reform des Gesundheitssystems. In einem BDI-Positionspapier, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, fordern Pharmaunternehmen und Medizintechnik-Hersteller unter anderem Anreize für Forschung und Innovation sowie einen grundlegenden Umbau der deutschen Krankenversicherung.

Eine Abkopplung der Versicherungsbeiträge vom Einkommen habe "höchste Dringlichkeit", heißt es in dem Papier. Nur durch eine lohnunabhängige Pauschale seien die notwendigen Ausgaben zu decken. Der soziale Ausgleich müsse über das Steuersystem erfolgen.

Zudem sprechen sich die Autoren für eine stärkere Eigenverantwortung der Versicherten aus. Dazu gehöre auch, die Zahl der Arztbesuche auf das Notwendige zu beschränken. Es stelle sich die Frage, "ob wir im Schnitt 18 Mal im Jahr zum Arzt gehen müssen", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Medizintechnologie, Meinrad Lugan.

Darüber hinaus wird eine steuerliche Forschungsförderung eingefordert. Dies wäre "eine wichtige Stimulation der Forschung in Deutschland", sagte BDI-Präsidiumsmitglied Andreas Barner vom Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim.

Seinen Angaben zufolge arbeiten derzeit knapp 4,3 Millionen Menschen in der deutschen Gesundheitswirtschaft. Eine Umsetzung der BDI-Vorschläge könne bis 2020 rund 1,2 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Infos im Internet: www.wirtschaft-fuer-gesundheit.de

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