Ärzte Zeitung, 06.01.2010

Sachsen-Anhalt wechselt Spitze im Gesundheitsressort

Norbert Bischoff (SPD) folgt auf Gerlinde Kuppe

MAGDEBURG (zie). Norbert Bischoff (SPD) ist seit Beginn des Jahres Sachsen-Anhalts neuer Gesundheitsminister. Seine Vorgängerin, Dr. Gerlinde Kuppe war zurückgetreten - offiziell aus gesundheitlichen Gründen.

"Ich kann nicht garantieren, dass ich die vermehrten Anstrengungen zu 100 Prozent erfüllen kann", sagte die 64-Jährige, der Vize-Premier Jens Bullerjahn (SPD) zum Abschied hohen Respekt zollte. Sie sei eine der profiliertesten Sozialpolitikerinnen, die die friedliche Revolution hervorgebracht habe.

Tatsächlich hatte es im Ministerium seit längerer Zeit gebrodelt. Die Ministerin und ihre langjährige Staatssekretärin Professor Christiane Dienel hatten eher aneinander vorbei gearbeitet, bis Kuppe schließlich Ende September bei Ministerpräsident Wolfgang Böhmer deren Entlassung erbat. Es gab Fehler bei der Haushaltsaufstellung und Pannen bei Haushaltsberechnungen. Heftige Kritik musste Kuppe im Zusammenhang mit der Neuordnung der Sportförderung einstecken. Letztlich kam es selbst in der SPD-Fraktion zu Differenzen.

Doch nicht nur die Diplom-Chemikerin Kuppe fühlte sich immer stärker belastet, auch ihre eigene Partei, die in den bevorstehenden Landtagswahlkampf möglichst ohne das Risiko Kuppe gehen wollte. Gerlinde Kuppe sitzt seit 1990 im Landtag und will das Mandat auch behalten. Gesundheitsministerin war sie von 1994 bis 2002 und seit den Landtagswahlen 2006.

Nachfolger Norbert Bischoff war Anfang der 90er Jahre Referatsleiter im Ministerium. Seit 2006 ist er Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 59-Jährige ist Theologe und will "ein bisschen Ruhe" ins Ministerium bekommen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »