Ärzte Zeitung, 11.01.2010

Krankheiten kosten 236 Milliarden Euro

zur Großdarstellung klicken

2006 wurde für Krankheitskosten soviel Geld ausgegeben wie für den gesamten Bundeshaushalt.

Foto: © Reinhold Föger / fotolia.com

BERLIN (fst). Die durch Krankheiten verursachten Kosten betrugen im Jahr 2006 etwa 236 Milliarden Euro - das entspricht fast der Höhe des Bundeshaushalts im gleichen Jahr (261,6 Milliarden Euro). Nach neuen Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes entfielen mit etwa 130 Milliarden deutlich höhere Krankheitskosten auf Frauen als auf Männer (100 Milliarden Euro). 

Maßgeblicher Grund: Von den im Jahr 2006 etwa 16,1 Millionen Menschen über 64 Jahre waren 9,4 Millionen Frauen, 6,7 Millionen Männer. Im Schnitt entfielen auf jeden Einwohner 2870 Euro Krankheitskosten - 220 mehr als im Jahr 2002. Die Pro-Kopf-Kosten betrugen im Schnitt 3230 Euro, für Männer 2480 Euro.

Im Jahr 2006 entfielen mehr als die Hälfte (51,3 Prozent) der gesamten Krankheitskosten auf nur vier Krankheitsklassen: Erkrankungen des Kreislaufsystems, des Verdauungssystems, psychische und Verhaltensstörungen sowie Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems.

Wie zu erwarten verteilen sich die Krankheitskosten sehr unterschiedlich auf die einzelnen Altersgruppen. So verursachten etwa die unter 15-Jährigen nur 6,1 Prozent der Krankheitskosten, repräsentieren aber 14 Prozent der Gesamtbevölkerung. Umgekehrt gehen bei den über 64-Jährigen 47,1 Prozent der Krankheitskosten auf diese Gruppe zurück, obwohl sie nur 19,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. 

Das spiegelt sich auch in den Pro-Kopf-Kosten: Diese betragen bei den unter 15-Jährigen im Schnitt 1260 Euro, bei den über 85-Jährigen 14370 Euro pro Kopf.

Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 48: Krankheitskosten. Robert Koch-Institut 2009. Abrufbar unter:
www.rki.de/cln_160/nn_204544/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/Themenhefte/Krankheitskosten__inhalt.html

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (73807)
Organisationen
RKI (1811)
[11.01.2010, 08:27:51]
Mortimer Graf zu Eulenburg 
@ Redaktion: Geht doch
Na also, endlich mal ein Artikel mit dem direkten Link zur Quelle. Könnte ruhig etwas öfter so sein in der ÄZ. Lob und Anerkennung, allons zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

"Turbolader einer Zwei-Klassen-Medizin"

Die Einheitsversicherung als Garant für Gerechtigkeit im Versorgungssystem? Aus Sicht von BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery eine fatale Fehleinschätzung. Die "Ärzte Zeitung" dokumentiert Auszüge aus seiner Ärztetags-Eröffnungsrede. mehr »

Berichte, Videos und Tweets rund um den Deutschen Ärztetag

Begleiten Sie den 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg mit uns online. Die "Ärzte Zeitung" berichtet vom 23.-26.5. live und aktuell über alle wichtigen Ereignisse und Debatten. mehr »

Gröhe demonstriert Harmonie mit den Ärzten

Zur Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetages blicken Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery auf eine harmonische Legislaturperiode zurück. mehr »