Ärzte Zeitung online, 20.01.2010

Luftqualität in Deutschlands Städten immer noch unbefriedigend

DESSAU-ROßLAU (eb). Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Luftqualität des Jahres 2009 beurteilt. Demnach lag die Konzentration an Stickstoffdioxid (NO2) bei mehr als der Hälfte der Luftmessstationen über dem ab 2010 geltenden Grenzwert. Auch die Feinstaub-Konzentrationen überschritten erneut die Grenzwerte.

Luftqualität in Deutschlands Städten immer noch unbefriedigend

An stark befahrenen Straßen in Deutschlands Städten werden die zulässigen Feinstaub-Grenzwerte nach wie vor überschritten. © Jean-Paul Bounine / fotolia.com

Die Auswertung beruht auf den vorläufigen Daten und ergibt folgendes Bild: An 55 Prozent der städtisch verkehrsnahen Luftmessstationen lagen im Jahr 2009 die Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) über dem ab dem 1.1.2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft (µg/m3).

"Die Stickstoffdioxidbelastung im Jahr 2009 war ähnlich hoch wie in den beiden vergangenen Jahren. Es ist daher zu befürchten, dass der neue Grenzwert auch im Jahr 2010 an vielen Orten nicht eingehalten werden wird", sagt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA.

Grenzwert-Überschreitungen treten vor allem in Städten und Ballungsräumen auf, also dort, wo auch ein Großteil der Bevölkerung lebt. Stickstoffoxide entstammen vornehmlich den Emissionen des Verkehrs sowie Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten.

Auch die Feinstaub-Konzentrationen (PM10) überschritten im Jahr 2009 erneut die bereits seit 2005 geltenden Grenzwerte - trotz Maßnahmen in Bund, Ländern und Kommunen. An 23 der insgesamt 408 Messstationen traten an mehr als 35 Tagen PM10-Konzentrationen über 50 µg/m3 auf. An der Messstation Stuttgart Neckartor wurde zudem der auf das Jahresmittel bezogene PM10-Grenzwert von 40 µg/m3 nicht eingehalten. Insgesamt war die Feinstaubbelastung im Jahr 2009 etwas höher als 2008, dem Jahr, mit der seit 2000 geringsten Luftbelastung durch Feinstaub.

"Die ergriffenen Maßnahmen zur innerstädtischen Luftreinhaltung, wie die Einrichtung von Umweltzonen sowie die Verschärfung der Anforderungen an Kaminöfen und andere Kleinfeuerungsanlagen, waren richtig und hoch an der Zeit", meinte Flasbarth.

Zur vorläufigen Auswertung der Luftqualitätswerte des Jahres 2009

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