Ärzte Zeitung, 05.02.2010

100 Tage Rösler - wie lange währt die Freundlichkeit?

Dauerbeschuss aus der CSU und ein Berg von Sachproblemen

BERLIN (HL). Er wirbt für eine neue Kultur des Vertrauens, er steht unter dem Dauerbeschuss des Koalitionspartners CSU, vor ihm häuft sich ein Berg höchst komplizierter Sachprobleme an - aber wann kommt Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler mit seiner Sacharbeit in die Gänge?

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Philipp Rösler vor der Kamera: In der Hauptstadt hat er sich als der freundlichste Minister einen Namen gemacht. © imago

Das Gesundheitsressort für die FDP, der Minister ein 36jähriger Arzt - das war eine Überraschung bei der Bildung des christlich-liberalen Kabinetts. Spürbar wird die Wende in der Gesundheitspolitik derzeit nur in Stilfragen: Philipp Rösler ist immer freundlich und bleibt auch bei Attacken stets ausgesucht höflich.

Als echte Opposition in der Gesundheitspolitik hat sich die CSU etabliert: Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht Seehofer, Söder oder Dobrindt Giftpfeile gegen Rösler und sein Projekt des einkommensunabhängigen Krankenkassenbeitrags schicken. Die Abwehr ist stereotyp-höflich: Schrittweise und sozial ausgestaltet werde die Prämie kommen. Das Wie bleibt wie fast alles in der liberalen Gesundheitspolitik im Nebel: Erst in diesem Monat wird eine Reformkommission gebildet, und deren Arbeit sei nichts für schnelle Rechner, sagt Rösler.

Soll heißen: Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Doch die Problemberge häufen sich womöglich noch schneller an.

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