Ärzte Zeitung, 03.03.2010

Kommentar

Eine große Chance wurde vertan

Von Christiane Badenberg

Ein Präventionsgesetz wird es mit Schwarz-Gelb nicht geben. Das hat die Bundesregierung jetzt offiziell bestätigt. Das ist bedauerlich, denn eine verbindliche und klare Präventionsstrategie wäre angesichts der gesundheits- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte dringend erforderlich. Adipositas, Krebsvorsorge, Infektionsschutz oder Demenz sind nur einige Beispiele, bei denen mit koordinierten Präventionsstrategien viel zu bewegen wäre.

Das Thema ist zu wichtig, um es einigen gut organisierten und mit einem finanziellen Polster ausgestatteten Lobbygruppen oder den Marketingmanagern der Krankenkassen zu überlassen. Trommeln die einen erfolgreich, werden darüber viele andere Patientengruppen vergessen, die keine Lobby haben. Den Kassen geht es hauptsächlich um ihr Image. Vom geschenkten Wok bis zur Finanzierung eines Bauch-Beine-Po-Kurses - alles ist möglich. Was fehlt, ist eine klare Strategie.

So werden weiter viele kleine Programme unabgestimmt nebeneinander existieren. Dauerhaft bewegen wird sich nichts. Die Chance, mit einem Gesetz Prävention auch in der Wirtschafts- und Sozialpolitik oder auch Verkehrs-, Bildungs- oder Baupolitik zu verankern, ist auf lange Sicht vertan. Schade.

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Nationales Präventionsgesetz ist endgültig vom Tisch

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