Ärzte Zeitung online, 02.03.2010

EU macht den Weg frei für die Gen-Kartoffel

BRÜSSEL (taf/dpa). Die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte "Amflora" darf zu industriellen Zwecken angebaut werden. Das kündigte EU-Gesundheitskommissar John Dalli in Brüsssel an.

Mit dieser Entscheidung ist eine neunjährige Kontroverse beendet. Erstmals wird nun in der EU der Anbau einer gentechnisch veränderten Kartoffel zur industriellen Herstellung von Stärke genehmigt. Erlaubt ist auch, die anfallenden Abfallprodukte an Tiere zu verfüttern.

Bei ihrer Entscheidung hat sich die EU-Kommission auf Gutachten der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde (Efsa) im italienischen Parma gestützt. Diese hatte bereits mehrfach versichert, die Genkartoffel des deutschen Chemiekonzerns BASF sei für die meschliche Gesundheit unbedenklich.

Mit der Anbauerlaubnis für "Amflora" hat sich die EU-Kommission über Bedenken der EU-Arzneimittelbehörde (EMEA) in London und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hinweggesetzt. Beide Behörden schließen nicht aus, dass der Einsatz der Genkartoffel zu einer verstärkten Antibiotikaresistenz beim Menschen führen könnte. Im Frühjahr sollen in Deutschland und Tschechien die Gen-Kartoffeln kontrolliert gepflanzt werden.

Außerdem genehmigte die Kommission die Verwendung von drei Genmais-Sorten des US-Konzerns Monsanto als Lebens- und Futtermittel sowie deren Einfuhr und Verarbeitung. Gleichzeitig kündigte der Gesundheitskommissar an, er wolle vorschlagen, dass künftig die EU-Mitgliedstaaten selbst über den Anbau genetisch veränderter Organismen entscheiden können.

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