Ärzte Zeitung, 09.03.2010

Prävention ist genau so wichtig wie Versorgung

Prävention wird für das Gesundheitswesen immer wichtiger. Darüber herrscht Konsens - über Parteigrenzen hinweg.

Von Gisela Stieve

HANNOVER. Prävention und Gesundheitsförderung müssen den gleichen Stellenwert bekommen wie die medizinische Versorgung. Das war der Tenor beim dritten gemeinsamen Präventionskongress des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) und der Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheitsförderung (bvpg) kürzlich in Hannover.

Der Bundesgesundheitsminister stehe zu dieser Aussage, versicherte Daniel Bahr, parlamentarischer Staatssekretär im BMG. Er begrüßte das Thema des Kongresses "Prävention und Gesundheitsförderung weiter entwickeln", weil der Beginn einer Legislaturperiode meist von Finanzdiskussionen geprägt sei und inhaltliche Fragen in den Hintergrund treten. Vor allem vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung müsse deutlich gemacht werden, dass Investitionen in die Prävention dem Gesundheitssystem später zu Gute komme und den Menschen mehr Lebensqualität biete.

Die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) plädierte für eine Balance zwischen Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung. Dazu seien entsprechende politische Rahmenbedingungen, Finanzierungsmöglichkeiten und Netzstrukturen notwendig. Außerdem seien die Themen Ernährung und Bewegung nicht nur im Privatleben von Bedeutung, sondern sollten auch in der Arbeitswelt stärker berücksichtigt werden.

Der Nationale Aktionsplan "In Form - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung", sei ein guter Anfang. Die Präsidentin der bvpg und frühere Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, findet es positiv, dass über die Parteigrenzen hinweg alle gesellschaftlichen Gruppen erkannt haben, dass Gesundheitsförderung einen hohen Stellenwert hat.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »