Ärzte Zeitung, 08.04.2010

Patientenberatung - wer zahlt am Ende die Zeche?

Das Modellprojekt "Unabhängige Patientenberatung (UPD) soll fortgesetzt werden. Knackpunkt dürfte die Frage der Finanzierung sein.

Von Thomas Hommel

BERLIN. Das deutsche Gesundheitssystem leistet viel - ist aber für Verbraucher und Patienten kompliziert und undurchsichtig. Viele Bürger wünschen sich daher unabhängige Beratung, wenn es bei der Behandlung oder bei der Kostenübernahme durch die Kasse einmal hakt.

Zu diesem Zweck wurde im Januar 2007 das Modellvorhaben Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) gestartet. Das Angebot umfasst 22 Beratungsstellen, die quer über die Republik verteilt sind und an die sich Verbraucher kostenlos wenden können. Die UPD wird mit fünf Millionen Euro pro Jahr durch die GKV gefördert. Projektträger sind der Sozialverband VdK, der Bundesverband der Verbraucherzentralen sowie der Verbund unabhängige Patientenberatung. Ende 2010 läuft das Projekt aus.

Nach dem Willen von CDU/CSU soll die UPD weitergeführt und in die Regelversorgung überführt werden (wir berichteten kurz). "Das Angebot weist in die richtige Richtung und ist vom Grundsatz richtig", heißt es wohlwollend in einem der "Ärzte Zeitung" vorliegendem Arbeitspapier der Unionsfraktion. Die Union sei daher bereit, die Zahl der Beratungsstellen auf bis zu 40 zu erhöhen, sagte Unions-Gesundheitsexperte Jens Spahn dieser Zeitung.

Voraussetzung für die Weiterführung der UPD sei aber, dass es zu einem Ausschreibungsverfahren komme, an dem sich - neben den bisherigen Gesellschaftern - auch andere Anbieter "im Bereich der Patientenberatung" beteiligen könnten. Genannt werden in diesem Zusammenhang unter anderem das IQWiG in Köln sowie die in den Bundesländern ansässigen Pflegestützpunkte. Zweite Bedingung für die Fortführung der UPD sei, "dass es ein vernetztes und aufeinander abgestimmtes Konzept gibt", sagte Spahn.

Die Gesundheitsexpertin der SPD Carola Reimann sagte, der eigentliche Knackpunkt bei der Fortführung der UPD sei die Frage der Finanzierung. "Das muss geklärt werden - und zwar schnell." Die Kosten für die Beratung dürften nicht allein den Kassen aufgebürdet werden. Die öffentliche Hand müsse sich ebenfalls daran beteiligen, so Reimann.

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