Ärzte Zeitung, 03.05.2010

Kommentar

Heute hü, morgen hott

Von Helmut Laschet

Zwölf Milliarden Euro zusätzlich will die Bundesregierung in den kommenden drei Jahren in Bildung und Forschung investieren - davon profitieren sollen alle Branchen, in denen Wachstum möglich ist. Dazu gehört für Bundeskanzlerin Angela Merkel auch die Gesundheitswirtschaft.

Am Donnerstag vergangener Woche war für die Bundesregierung Tag der Gesundheitswirtschaft. Anlässlich eines Kongresses in Berlin war Hege und Pflege von Wachstum und Arbeitschancen in der Medizin angesagt.

Einen Tag zuvor, am Mittwoch, hatte das Bundeskabinett die Eckpunkte des Arzneimittelsparpakets abgesegnet. Hauptbestandteil: Der um zehn Prozent erhöhte Zwangsrabatt für Arzneien ohne Festbetrag - eine Wachstumsbremse für dreieinhalb Jahre.

Die Koalition gibt Gas und steigt auf die Bremse - sie vergeudet Energie und Wachstumschancen aus Opportunismus. Bei Arzneimitteln ist transparent, dass dafür Jahr für Jahr mehr ausgegeben wird. Im Monatstakt liegen die Zahlen auf dem Tisch. Anders etwa bei der Medizintechnik: Neue Geräte und innovative Medizinprodukte verschwinden in DRG und ärztlichen Vergütungen. Das Wachstum läuft verdeckt. Die Regierung aber hängt ihre Fahne in den Wind.

Lesen Sie dazu auch:
BMG badet sich in der Sonne der Gesundheitswirtschaft

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »