Ärzte Zeitung, 03.05.2010

Merkel würdigt Wert der Gesundheitsbranche

Rösler: Mehr Freiheit, um das Potenzial auszuschöpfen

BERLIN (sun). Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will sich dafür stark machen, dass die Gesundheitsbranche nicht mehr als ein bloßer Kostenfaktor gesehen wird. Unterstützung kommt von der Kanzlerin: In der Wirtschaftskrise sei die Gesundheitswirtschaft wegen ihrer Stabilität "einer der Leuchttürme" gewesen.

Beim Kongress Gesundheitswirtschaft des BMG würdigte Angela Merkel die Leistung der Branche mit einem Gesamtumsatz von rund 250 Milliarden Euro. Medizinische Produkte aus Deutschland seien ein weltweit anerkanntes Markenzeichen. Die Kanzlerin mahnte aber, dass Deutschland weltweit den Anschluss nicht verlieren dürfe. Im Zusammenhang mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, die immer wieder verzögert wird, kritisierte sie, das Deutschland "auf diesem Weg manchmal etwas langsam" sei.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler bezeichnete vor Branchenvertreter das deutsche Gesundheitssystem als "verkorkst". Es sei ein eher "unfreies System der Planwirtschaft". Wer gute Leistung zeige, müsse dafür auch honoriert werden. Die Vorgaben im Gesundheitssystem seien viel zu starr. Dies müsse sich ändern, damit das gesamte Potenzial der Branche ausgeschöpft werden könne. Schließlich biete die Gesundheitswirtschaft krisenfeste, sichere Arbeitsplätze.

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