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Ärzte Zeitung online, 03.05.2010

Grüne wollen Alkoholwerbung einschränken

BERLIN (dpa). Die Bundestagsfraktion der Grünen strebt im Kampf gegen das Komatrinken eine Einschränkung der Alkoholwerbung an. Werbespots für Bier und Schnaps sollten nicht so aufgemacht sein, dass sie Jugendliche ansprechen, sagte der Jugendexperte der Fraktion, Kai Gehring, der Nachrichtenagentur dpa. Außerdem sollten sie nicht rund um Sendungen ausgestrahlt werden, die vor allem Jugendliche sehen.

Vorbild für den Vorstoß, den die Fraktion in den nächsten Tagen beschließen soll, sind die Werbeverbote für Tabak. Sie sind laut Gehring eine Ursache dafür, dass seit einigen Jahren immer weniger Jugendliche rauchen. Es sei nicht schlüssig, Zigarettenwerbung einzuschränken und Bierwerbung nicht.

Der Grünen-Politiker schlug außerdem vor, stärker zu kontrollieren, ob Verkäufer die Gesetze zum Jugendschutz einhalten. Dabei sei ein Mindestbußgeld notwendig, das abschreckend wirke. Bisher müssten Verkäufer bei Verstößen im Durchschnitt nur 200 Euro Strafe zahlen. Außerdem schlagen die Grünen erneut ein totales Alkoholverbot am Steuer vor.

In den vergangenen Jahren hat das Trinken bis zur Bewusstlosigkeit unter Jugendlichen stark zugenommen. 2008 mussten etwa 27 000 junge Menschen im Alter von 10 bis 19 Jahren volltrunken im Krankenhaus behandelt werden - fast dreimal so viele wie im Jahr 2000.

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