Ärzte Zeitung, 20.05.2010

Ärzte fordern mehr Hilfe für adipöse Menschen

BERLIN (sun). Mittlerweile gilt jeder fünfte Deutsche als extrem übergewichtig. Ärzte und Apotheker fordern daher mehr Unterstützung für adipöse Menschen - unter denen mit knapp zwei Millionen Betroffenen auch zunehmend mehr Kinder sind. "Adipositas ist keine Frage des Charakters, sondern eine Krankheit", sagte Professor Stephan Jacob, Vize-Chef der Adipositas Stiftung Deutschland, in Berlin. Es sei daher wichtig, dass sich Adipöse individuell von Arzt oder Apotheker beraten ließen. Adipositas sei zudem ein gesundheitsökonomischer Faktor. Die langwierigen und kostspieligen Behandlungen der Folgeerkrankungen könnten in vielen Fällen vermieden werden.

"Es muss viel mehr Aufklärung geben", forderte auch die Berliner Apothekerin Johanna Jäger. Gerade Hausärzte und Apotheker hätten die Möglichkeit die Betroffenen zum Thema Bewegung und Essgewohnheiten zu beraten. "Den meisten Übergewichtigen könnte auf diese Weise geholfen werden", betonte Jacob. Denn viele begäben sich in einen Teufelskreis aus Übergewicht, Bewegungsmangel und sozialer Isolation. "Es wird oft die Dimension der Krankheit übersehen", so Jacob.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Vier von zehn Diabetes-Fälle ließen sich verhindern

Durch Abspecken von drei bis sechs Kilo in der Bevölkerung ließen sich 40 Prozent der Diabetesfälle verhindern. mehr »

Lücken in der Hausarztmedizin wachsen

Gegenläufige Trends kennzeichnen die Bundesärztestatistik für 2016: Die Zahl der Ärzte erreicht ein neues Rekordhoch. Doch der Zuzug ausländischer Ärzte kompensiert die Probleme der Überalterung kaum. mehr »

Früherkennung mit einem Atemzug

Ein neuer Test zur Früherkennung von Lungenkrebs misst kleinste Veränderungen in der Zusammensetzung der Atemluft. Das von Forschern des Max-Planck-Instituts entwickelte Verfahren könnte das Diagnoseverfahren vereinfachen. mehr »