Ärzte Zeitung, 26.05.2010

Kommentar

Psychotherapeuten finden kein Gehör

Von Sunna Gieseke

Statistiken der Krankenkassen belegen, dass die Arbeitsunfähigkeitszeiten aufgrund psychischer Erkrankungen steigen. Doch die Wartelisten für einen geeigneten Therapieplatz sind lang - und die psychotherapeutische Versorgung im ambulanten Bereich unzureichend. Für die Betroffenen sollte es aber leichter werden, einen Therapieplatz zu finden - und das wohnortnah.

Die Psychotherapeuten finden aber mit ihren Forderungen kaum Gehör: Die derzeitige Bedarfsplanung muss reformiert werden. Sie gibt den Bedarf nicht annähernd wieder und zeigt eine katastrophale Fehlplanung zwischen Stadt und Land. Dies entspricht in etwa der Situation bei Haus- und Fachärzten. Deren Bedarfsplanung stößt bei Selbstverwaltung und Politik ebenfalls auf Kritik.

Auch bei den Psychotherapeuten ließe sich die Versorgungssituation nur mit einer kleinteiligen und sektorübergreifenden Bedarfsplanung verbessern. Die Union stellte kürzlich ein Konzept vor, wie eine modernisierte Bedarfsplanung aussehen könnte. Ein Manko: Die Psychotherapeuten kommen darin nicht vor. Warum eigentlich nicht? Denn auch hier ist Handlungsbedarf: Rund fünf Millionen psychisch kranke Menschen stehen etwa 1,5 Millionen Therapieplätzen zur Verfügung.

Lesen Sie dazu auch:
Psychotherapeuten fordern Reform der Bedarfsplanung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »