Ärzte Zeitung, 14.06.2010

Eine Alternative zur Unabhängigen Patientenberatung?

Sollte eine Patientenberatung in die Regelversorgung der Kassen überführt werden, rechnen sich Kammer und KV in Hamburg mit ihrer Beratung eine Chance aus.

Von Dirk Schnack

HAMBURG. Die gemeinsame Patientenberatung vom Kammer und KV in Hamburg wird von den Trägern als mögliche Alternative zur Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) für die Hansestadt ins Spiel gebracht. In einem Brief an die Hamburger Bundestagabgeordneten und die gesundheitspolitischen Sprecher der Bürgerschaftsfraktionen weisen Ärztekammer Hamburg und Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) auf ihr gemeinsames Beratungsangebot hin. Kostenlos werden hier jedes Jahr 15 000 bis 20 000 Anfragen von Patienten beantwortet.

"Die hohe Zahl der Beratungskontakte zeigt, dass die Hamburger die Patientenberatung gut annehmen. Es wäre schön, wenn die Hamburger Politiker sich für die Einrichtung einsetzen würden", so Dieter Bollmann, Vorsitzender der KVH.

Aktueller Hintergrund ist ein Papier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie Äußerungen von Politikern verschiedener Parteien, das Modellvorhaben "Verbraucher- und Patientenberatung" in die Regelversorgung der Krankenkassen überführen zu wollen.

Dafür soll es eine Ausschreibung geben, auf die sich neben der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland auch andere Träger bewerben können.

Die Ärztinnen und Sozialversicherungsfachangestellten der Hamburger Einrichtung helfen den Anrufern etwa, den jeweils passenden Arzt oder Ansprechpartner oder eine Praxis mit besonderem Schwerpunkt oder apparativer Ausstattung zu finden. Aber auch Fragen zum Arztrecht, Kassenrecht, zu Veränderungen bei der Pflege und zu chronischen Erkrankungen und anderen medizinischen Problemen werden beantwortet.

Bei vermuteten Behandlungsfehlern oder Beschwerden zeigt die Beratungsstelle die verschiedenen Beschwerde- und Klagewege auf. "Derzeit wird das Angebot komplett durch Ärztekammer und KVH - also durch die Hamburger Ärztinnen und Ärzte getragen. Wir erfüllen damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Über eine Unterstützung dabei würden wir uns sehr freuen", sagte Ärztekammerpräsident Dr. Frank Ulrich Montgomery.

Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen fördern seit 2007 ein Modellvorhaben zur unabhängigen Verbraucher- und Patientenberatung. Die UPD ist ein als gemeinnützige GmbH geführter deutschlandweiter Verbund unabhängiger Beratungsstellen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »