Ärzte Zeitung online, 24.06.2010

NRW-Innenminister: Alkohol-Blutproben abschaffen

DÜSSELDORF (dpa). Blutproben bei Verkehrssündern sollten nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Innenministers Ingo Wolf (FDP) abgeschafft werden. "Der Atemalkoholtest ist eine gute Alternative zur Blutprobe", sagte Wolf in Düsseldorf.

In allen anderen europäischen Ländern außer der Schweiz sei die Blutentnahme schon lange nicht mehr die Regel. Wolf forderte die in Hamburg tagende Justizministerkonferenz auf, "ihre unsinnige Blockade bei der Abschaffung standardmäßiger Blutproben bei Alkoholsündern aufzugeben".

Eine Studie habe gezeigt, dass die Messung durch Pusten in ein Analysegerät auch bei höheren Promillewerten so präzise sei wie bei einer Blutuntersuchung. "Eine Atemprobe kann jeder verkraften", sagte Wolf zur dpa. "Eine Blutprobe ist dagegen immer ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, der sich heute vermeiden lässt." Seinen Angaben zufolge werden in Deutschland bei mehr als 120 000 Verkehrssünder pro Jahr Blutproben entnommen.

Die Innenministerkonferenz habe den Vorstoß aus NRW gegen die Blutprobe stets unterstützt, sagte Wolf. Die Justizministerkonferenz habe sich dagegen bislang einer vernünftigen Lösung verweigert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »