Ärzte Zeitung online, 07.07.2010

Gesundheitsökonom sieht deutlich mehr Spar-Potenziale bei Kliniken

KÖLN (iss). Nach Einschätzung des Gesundheitsökonomen Professor Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen hat die Bundesregierung es versäumt, durch ein "langsames Umsteuern bei den Leistungsanbietern" die Ausgaben dauerhaft zu senken.

In einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" verweist Wasem auf den stationären Sektor. Ein Viertel der Krankenhausbetten stehe leer. Die Überkapazitäten kosteten Geld, der Abbau sei nicht von heute auf morgen möglich, sagt er. "Aber man muss damit anfangen, am besten noch heute, damit künftig vermeidbare Ausgaben sinken."

Als positiv bewertet Wasem, dass von den Zusatzprämien in Cent und Euro ein klares Preissignal ausgehe. Das werde den Wettbewerb der Kassen um mehr Effizienz steigern, erwartet er. "Allerdings müssten ihnen viel weiter reichende Vertragsfreiheiten zugestanden werden, um diesen Wettbewerb auch zu gestalten." An dieser Stelle habe die Regierung versagt.

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