Ärzte Zeitung, 19.07.2010

Kommentar

Uni Lübeck wird zum Vorbild

Von Dirk Schnack

250 Euro im Monat können die Studierenden an der Uni Lübeck künftig als Darlehen erhalten, wenn finanzielle Schwierigkeiten die Fortführung ihres Studiums bedrohen. Damit wird die kleine Uni im Norden, die mehrheitlich Mediziner ausbildet, zum Vorbild für andere staatliche Hochschulen, die solche Modelle noch nicht eingeführt haben.

Wie stark die finanziellen Probleme mancher Studenten sind, zeigte eine Privatinsolvenz und die Zahl der Eingaben nach Stundung der Semestergebühren. Der von Sponsoren gefüllte Studienfonds bietet mehrere Vorteile: dringend benötigte Nachwuchsärzte brechen ihr Studium nicht aus finanziellen Gründen ab und stehen für die Tätigkeit im Beruf zur Verfügung. Die Förderung kann verhindern, dass bereits investierte Mittel durch einen Abbruch verloren gehen. Das Darlehensmodell gewährleistet zudem einen Rückfluss der Gelder bei entsprechendem Einkommen, eine Überforderung von Einkommensschwachen ist ausgeschlossen.

Die Uni darf optimistisch sein, dass weitere Geldgeber ihren Studienfonds füllen: Die Region Lübeck hat beim erfolgreichen Kampf um den Erhalt bewiesen, wie wichtig ihr die Hochschule ist. Ob andere Hochschulen dem Lübecker Modell folgen, hängt auch von der Identifikation der regionalen Wirtschaft oder anderer Stifter mit der Uni ab.

Lesen Sie dazu auch:
Uni Lübeck unterstützt ihre Studenten mit Fonds

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