Ärzte Zeitung, 19.07.2010

Uni Lübeck unterstützt ihre Studenten mit Fonds

Bis zu 250 Euro monatlich können Studenten erhalten / Zum Start stehen 400 000 Euro zur Verfügung

LÜBECK (di). Die Uni Lübeck hat einen Studienfonds gegründet, um ihre Studierende finanziell zu unterstützen. Der Grund dafür war, dass Studenten in Lübeck deutlich weniger Geld zur Verfügung haben als Studierende an anderen Unis.

Medizinstudenten in Lübeck können bei finanziellen Schwierigkeiten künftig Unterstützung von ihrer Universität bekommen. Als erste staatliche Hochschule in Deutschland hat Lübeck dafür einen Studienfonds gegründet. Bis zu 250 Euro monatlich können Studenten aus dem Fonds erhalten - nicht als Stipendium, sondern als Darlehen. Zur Rückzahlung sind die Absolventen verpflichtet, sobald sie als Beschäftigte mindestens 30 000 Euro Jahresgehalt beziehen. Wer viel verdient, muss maximal den vollen Betrag plus marktübliche Zinsen zahlen, für geringere Einkommen sind Abstaffelungen vorgesehen.

Der Fonds ist zum Start von Sponsoren und Stiftungen mit 400 000 Euro gefüllt. Die Uni erwartet, dass weitere Sponsoren hinzukommen. Die ersten zwölf Empfänger sind bereits ausgewählt. Ein vierköpfiges Gremium, dem auch Studenten angehören, entscheidet über die Mittelvergabe. Eine Förderung ist maximal vier Jahre lang möglich. Bei der Vergabe geht es nicht nach Leistung, bewertet wird neben Bedürftigkeit auch das Engagement an der Hochschule.

Hintergrund des Fonds ist eine Umfrage der Uni Lübeck aus dem Jahr 2008, bei der festgestellt wurde, dass die Lübecker Studenten monatlich deutlich weniger Geld zur Verfügung haben als Studenten im Bundesdurchschnitt. Im Mittel hatten die befragten Studenten in Lübeck 607 Euro monatlich zur Verfügung, bundesweit sind es 770 Euro. 18 Prozent der Lübecker Studenten verfügen über weniger als 500 Euro im Monat. Die Fälle, in denen Studenten von der Hochschule eine Stundung der Semestergebühren (derzeit rund 96 Euro) erbeten haben, mehren sich. Eine Studentin hatte nach Auskunft der Uni Privatinsolvenz anmelden müssen.

Der Betrag von 250 Euro soll den in der Umfrage angegebenen Fehlbetrag der Studenten ausgleichen. Die Uni erwartet, dass rund 200 Studenten den Fonds in Anspruch nehmen müssen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Uni Lübeck wird zum Vorbild

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